Friday, April 22, 2016

Goethe Faust -- erster Teil








Der Professor verflucht seine Buecher und Papiere. Er doziert privat diverse Wissenschaften und waere das Getue allzu gerne los, kann es sich aber nicht leisten. Er sucht daher das Hintertuerchen im Okkultismus und bastelt sogar an einer Idee vom Tod als Moeglichkeit
 
Auf neuer Bahn den Äther zu durchdringen,
Zu neuen Sphären reiner Tätigkeit.
die Pforten aufzureißen,
Alexander Sokurov

 
Mit einem klassisch gereimten kühnen Trinkerspruch will er sein Kraemerdasein verlassen, doch ist es nun Ostermorgen und der Gesang der Engel haelt ihn ab.

English Version ... http://cantueso1.blogspot.com.es/2015/03/f-u-s-t-story.html


Das Arrangement mit Mephistopheles

Auf einem Spaziergang folgt ihm ein schwarzer Pudel und begleitet ihn mit allerlei Possen ins Studienkabinett. 

Faust:
Ist es Schatten?  ist's Wirklichkeit?
Wie wird mein Pudel lang und breit!
 
Welch ein Gespenst bracht ich ins Haus!
Schon sieht er wie ein Nilpferd aus,
 .
Aus dem Hund wird naemlich Mephistopheles, Goethes eigenster Ersatz fuer den christlichen Teufel.

Mephistopheles  ist ein aelterer Herr, philosophisch solvent, welterfahren und zudem elegant in Sprache und Kleidung. Dr Fausts wissenschaftlichen Bemuehungen gegenueber aeussert er sich schnippisch unverbindlich und wettet mit ihm um seine Seele:

Mephistopheles:  Ich gebe dir, was noch kein Mensch gesehn.

Faust:
          Kannst du mich mit Genuß betrügen-
          Das sei für mich der letzte Tag!
 
Mephistopheles:  Topp!

Faust:
  Werd ich zum Augenblicke sagen:
  Verweile doch!  du bist so schön!
  Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
  Dann will ich gern zugrunde gehn!

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Unterwegs mit Mephistopheles

Sie verreisen und gelangen in einem Bierkeller zu einer Runde grober Zecher.

  Siebel:
  Will keiner trinken?  keiner lachen?
  Ich will euch lehren Gesichter machen!
 
  Brander:
  Das liegt an dir; du bringst ja nichts herbei,
  Nicht eine Dummheit, keine Sauerei.

  Siebel: (giesst ihm ein Glas Wein über den Kopf):
  Da hast du beides!

  Brander:
  Doppelt Schwein!

Mephistopheles bohrt für die Gesellen je ein Loch in den Holztisch und sogleich fliesst nach freier Wahl fuer jeden der beste Wein.

Faust verweist Mephistopheles auf ihre Wette, da er seine Seele eben nicht für solchen Unsinn verkauft habe. Zusamen suchen sie eine Hexe auf, und Faust trinkt ihren Tee, mit dem ihm jedes weibliche Wesen übersinnlich schön vorkommen wird.

Begegnung mit Gretchen
 
So verliebt Faust sich nun in ein hübsches armes Mädchen namens Grete.
.





Um sie zu beschenken, muss Mephistopheles vorerst aus der Tiefe der Erde einen königlichen Schmuck heben, sodann muss Mephistopheles sich bei Gretes Nachbarin anbiedern, damit sie ein Rendez-vous in ihrem Garten ermöglicht,  weiter soll Mephistopheles jene Nachbarin mit Geplänkel unterhalten, und er erfährt, dass Gretchens fromme Mutter den Schmuck in die Kirche gebracht hat:

Mephistopheles:      
Denkt nur, den Schmuck, für Gretchen angeschafft,
       Den hat ein Pfaff hinweggerafft!
  
Faust:
Sei, Teufel, doch nur nicht wie Brei,
  Und schaff einen neuen Schmuck herbei!
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Grete ist schwanger und in ihrer Verzweiflung ertränkt sie das Kindchen. 

Alexander Sokurov


Die Sache spricht sich herum, Grete wird verhaftet und erwartet im Zwinger die Todesstrafe.

Mephistopheles bemerkt lakonisch: sie ist verdammt.
Vom Himmel kommt die Antwort: sie ist gerettet.


Damit endet Faust, der erste Teil, und der ist fluessig und leicht zu lesen, wenistens auf deutsch.